Bergengruen, Am Himmel wie auf Erden.

Bergengruen, Am Himmel wie auf Erden.

Bergengruen, Werner; Am Himmel wie auf Erden. Roman. In 2 Bänden gebunden (komplett!), Berlin/Darmstadt, Deutsche Buch-Gemeinschaft 1958, 383/(3) u. 328/(4) S., Hldr., Kopffarbschnitt, Lesebändchen, einheitliche Exlibis auf dem Vorsatz (Name überklebt!), Rücken berieben, sonst guter Zustand!

„Am Himmel wie auf Erden“ spielt überwiegend in Berlin und Cölln (dem damaligen Schwesterort des mittelalterlichen Berlin) im Jahr 1524, zur Zeit des brandenburgischen Kurfürsten Joachim I. Nestor.
Der historische Hintergrund ist eine damals weit verbreitete Prophezeiung: Führende Astrologen, insbesondere der Hofastrologe Johannes Carion, hatten für den 15. Juli 1524 aufgrund einer seltenen Planetenkonstellation eine neue Sintflut vorhergesagt. Aus Angst vor einer Massenpanik versucht der Kurfürst, die Vorhersage geheim zu halten. Als er jedoch selbst bei aufziehendem Gewitter die Stadt verlässt, löst dies Unruhen aus.
Die Handlung entfaltet sich an zahlreichen authentischen Orten des damaligen Berlin, unter anderem: das kurfürstliche Schloss, der Molkenmarkt, das Spandauer Tor, die Spree, die Städte Berlin und Cölln sowie ihre Bürgerhäuser und Klöster.
Obwohl der Roman im frühen 16. Jahrhundert angesiedelt ist, gilt er zugleich als verschlüsselte Auseinandersetzung mit der politischen Situation im nationalsozialistischen Deutschland. Der Aufruf „Fürchtet euch nicht!“, mit dem sich die Berliner gegen die Willkür des Kurfürsten erheben, wurde von Zeitgenossen als Appell zur moralischen Standhaftigkeit gegenüber der NS-Diktatur verstanden. Gerade deshalb wurde der Roman nach seinem Erscheinen 1940 vom NS-Regime verboten.

EUR 12,90